Kriterien für die ökologische Verpflegung

Bei einer Veranstaltung ist die Kulinarik eines der wichtigsten Dinge, die die Gäste in Erinnerung behalten. Ein paar Punkte gibt es allerdings bei einem ÖkoEvent zu beachten!

In diesem Artikel finden Sie die wichtigsten Kriterien für ein ökologisches Catering. Je mehr man davon bei der eigenen Veranstaltung umsetzen kann, desto besser!

Bio-Lebensmittel

Bieten Sie Ihren Gästen ein Festessen in Bioqualität! Am einfachsten lässt sich das umsetzen, wenn Sie einen Gastronomiebetrieb wählen, der bereits Erfahrungen mit dem Einkauf von Bioprodukten hat oder sogar biozertifiziert ist!
Zumindest Teile oder das ganze Buffet sollten aus biologischer Landwirtschaft stammen. Dies können entweder nur die Getränke (Säfte, Wein, Bier), gewisse Zutaten (Erdäpfel, Brot, Milchprodukte, Gemüse etc.) oder sogar das gesamte Buffet sein.

Wichtig: Speisen dürfen nur als Bio gekennzeichnet werden, wenn der Cateringbetrieb bio-zertifiziert ist!

Fleisch - weniger und dafür bio

Wenn Fleisch auf die Tafel soll, dann am besten in Bio-Qualität! Denn bei der biologischen Tierhaltung bekommen die Tiere regionales Biofutter und haben ausreichend Auslauf. Bio-Fleisch ist in der Regel teurer aber auch qualitätsvoller.
Eine Reduktion der Fleischmengen ist auf alle Fälle wünschenswert! Bieten Sie auch vegetarische oder vegane Speisen an. Kleinere Fleischportionen können durch eine große Auswahl an verlockenden Beilagen gut kompensiert werden. Sobald Fleisch angeboten wird, ist die Kennzeichnung der verschiedenen Fleischarten für die unterschiedlichen Religionsgemeinschaften von Bedeutung.

Fisch aus nachhaltiger Zucht

Rund 80 % der Fischbestände im Meer werden zu stark befischt. Immer kleiner werdende Fische und leergefischte Meeresregionen sind die Folge. Bei einem ÖkoEvent sollte daher ausschließlich nachhaltig produzierter Fisch verwendet werden. Beispiele dafür sind Fische aus biologischer Fischzucht, heimischer Fisch oder zertifizierte MSC-Fische.

Infos zum Nachlesen:

Infoblatt "Fisch - nachhaltig aufgetischt?"

WWF Einkaufs-Ratgeber Fisch und Meeresfrüchte

Greenpeace Fischratgeber

Vegetarische und vegane Speisen

Tierische Lebensmittel haben enorme Auswirkungen auf unser Klima. Attraktive vegetarische  und vegane Gerichte sorgen dafür, dass Vegetarier*innen und Veganer*innen nicht nur auf Knödel und Pommes Frites angewiesen sind. Wichtig ist auch die Kennzeichnung von vegetarischen (fleischlosen) und veganen (rein pflanzlichen) Speisen, da immer mehr Menschen vegan leben.

Saisonales Obst & Gemüse

Die Verwendung von saisonalem und regionalem Obst und Gemüse schont die Umwelt in vielerlei Weise: Durch den regionalen Freilandanbau wird einerseits unnötige Energie durch die Beheizung der Glashäuser, aber auch unnötige Transportkilometer eingespart. Saisonalität ist besonders gut bei den Gästen kommunizierbar: so findet Spargel im Mai, Erdbeeren im Mai/Juni, Tomaten von Juni bis November und Weintrauben von August bis Oktober den Weg auf den ökologischen Speiseteller.
Saisonalität ist ein wichtiger Bestandteil eines ÖkoEvents! Manche Caterer wollen ihre Speisen möglichst schön gestalten und denken nicht immer an die Saisonalität. So schwindeln sich auch im Winter Himbeeren, Heidelbeeren und Erdbeeren ins Dessert, Weintrauben in die Käseplatte und Tomaten in den Salat. Sprechen Sie Ihren Caterer darauf an, damit auf Dekorationselemente, die den Kriterien nicht entsprechen, verzichtet werden.

Tipp für Bowle & Cocktail:

Denken Sie auch bei Getränken, wie zum Beispiel bei Cocktails und erfrischenden Bowlen auf die regionale und saisonale Herkunft der Produkte. So sind zum Beispiel Erdbeeren, Marillen oder Pfirsiche im Sommer eine tolle Alternative zu weitgereisten Ananas, Melonen & Co.

Der Saisonkalender von DIE UMWELTBERATUNG bietet Unterstützung bei der Planung Ihrer saisonalen Verpflegung:

Saisonkalender Obst und Gemüse

Regionalität

Österreich bietet eine Vielzahl an kostbaren Schmankerln, die bei den Gästen mit Begeisterung punkten! Achten Sie sowohl bei den Speisen, aber auch bei den Getränken auf regionale Lieferanten. So werden unnötige Transportkilometer auf den Straßen und Autobahnen eingespart. Durch die große Auswahl an saisonalen und regionalen Produkten kann auf Flugware getrost verzichtet werden, da der Transport besonders viel Energie verbraucht.

Reduktion der Lebensmittelabfälle

Bereits VOR der Veranstaltung sollte man sich konkret überlegen, wie man Lebensmittelabfälle vermeiden kann und was man mit den Lebensmittel machen wird, die eventuell übrig bleiben werden. So kann man zum Beispiel praktische Mitnahmeboxen von der Wiener Tafel organisieren. Die Wiener Umweltschutzabteilung bietet auf der Seite lebensmittelpunkt.wien.at den Leitfaden "Das is(st) es mir wert." für die Weitergabe von Lebensmitteln an. Auch ein abschließendes "Restlessen" für MitarbeiterInnen und freiweillige HelferInnen könnte eine Option sein. Weitere Möglichkeiten finden Sie im Artikel über Lebensmittelabfallvermeidung.

Mehrweg

Mehrweg-Produkte haben ökologisch gegenüber den Einweg-Produkten die Nase vorn! Leitungswasser in Krügen punktet ebenfalls in Sachen Umweltschutz und steht in Wien in ausgezeichneter Qualität zur Verfügung. Mehrweg ist bei einem ÖkoEvent ein absolutes Muss und kann in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden:

Mehrweg-Geschirr (Gläser, Becher, Teller, Besteck)

Mehrweg-Verpackungen (v.a. bei Getränken: z.B. Mehrweg-Glas oder Fässer)

Mehrweg-Transportverpackungen (robuste Mehrweg-Kisten statt Kartonagen)

Bezugsquellen für den Verleih von Mietgeschirr, Mehrweggetränken, Geschirrmobil und Miet-Equipment finden Sie unter
www.oekoevent.at/informationsmaterialien

Betriebe mit dem Österreichischen Umweltzeichen

Betriebe mit dem Umweltzeichen Tourismus sind in Sachen Umweltschutz erfahren. Mit innerbetrieblichen ökologischen Maßnahmen im Bereich Energiesparen, sorgsamer Nutzung von Ressourcen oder Vermeidung von unnötigem Abfall leisten diese Betriebe einen Beitrag zum Umweltschutz. Darüber hinaus enthält das Speisenangebot auch regionale, saisonale oder biologische Produkte.

Im Beitrag Wiener Gastronomiebetriebe mit Umweltzeichen gibt es ausführliche Informationen zum Thema sowie passende Partner-Betriebe für Ihre Veranstaltung.

Wichtig: Das Buffet bzw. das Menü wird nicht automatisch in Bio-Qualität bereitgestellt. Es ist deshalb wichtig, bei der Beauftragung des Menüs darauf hinzuweisen, welche Speisen in Bioqualität gewünscht sind!

Tipp: Damit das Buffet trotz Bioqualität keine Mehrkosten verursacht, empfiehlt es sich, den Fleischanteil zu reduzieren und stattdessen zum Beispiel Hülsenfrüchte zu verwenden. Saisonales Obst und Gemüse statt exotischer Früchte und Karaffen mit Leitungswasser als Durstlöscher sind weitere Spartipps!

Weitere Informationen

Informationen, Betriebe und Bezugsquellen für die umweltfreundliche Verpflegung finden Sie auch in der Green Events Infothek

ÖkoEvent-Beratung der Stadt Wien

Beratung zu umweltfreundlichen Veranstaltungen, betreut durch DIE UMWELTBERATUNG

Sie erreichen uns telefonisch und per Mail zu folgenden Zeiten:

Montag - Donnerstag:  9-15 Uhr und  Freitag: 9-12 Uhr

Tel: 01 803 32 32-13
E-Mail: beratung@oekoevent.at
 

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