15,5 Millionen Mehrwegbecher in 15 Jahren sparten über 1.000 Tonnen CO2

Über 134 Tonnen Abfall konnten bei Veranstaltungen in der Klimamusterstadt Wien durch den Einsatz von Mehrwegbechern eingespart werden.

15,5 Millionen Mehrwegbecher:

So viele Mehrwegbecher wurden seit 2005 in Wien eingesetzt. Aufgestapelt macht das eine Strecke von 77.5 km, die Distanz zwischen Wien und Melk. Eingespart wurden damit auf bislang über 4.000 Veranstaltungen ganze 1.210 Tonnen CO2. „Wien war hier Vorreiter und Trendsetter, seit 2011 sind Mehrwegbecher bei uns gesetzlich vorgeschrieben. Neben dem wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz sind die coolen Becher auch ein zentraler Beitrag zur Sauberkeit in unserer Stadt“, so Umweltstadträtin Ulli Sima. Die eingesparte Menge an Einwegbechern durch das attraktive Mehrwegbechersystem beträgt übrigens bislang 134 Tonnen an Abfall oder dem Volumen von 45 Müllsammelfahrzeugen gefüllt mit Plastik. Das entspricht eben diesen über 1.000 Tonnen CO2 und damit der Füllung von 203 Heißluftballons.

I’ll be back! – ein Mehrwegbecher kommt bis zu 150 Mal zum Einsatz

Das Wiener Mehrweggeschirr Mietsystem wurde auf Initiative von Umweltstadträtin Ulli Sima im Jahr 2005 gestartet. Es ist ein umfassendes Servicepaket. Das Konzept ersetzt bei kleinen und großen Veranstaltungen umweltbelastende und abfallintensive Einwegbecher durch ein Pfandsystem mit waschbaren Mehrwegbechern. Abholung und Reinigung des Mehrweggeschirrs erfolgt mittlerweile durch drei Kooperationspartner. Die Reinigungskosten der Stadt Wien Becher werden zu 25 % übernommen. Dadurch entsteht kein Mehraufwand gegenüber Wegwerfgeschirr und es ist oftmals billiger, weil die Anschaffungskosten für Einweggeschirr und die daraus resultierenden Entsorgungskosten entfallen. Eingesetzt wird ein Mehrwegbecher bis zu 150 Mal.

Die stabilen und mit verschiedenen Designs und Größen bedruckten Mehrwegbecher sprechen die Konsumenten sowohl in der Optik als auch in der Haptik weit mehr an, als billige Wegwerfbecher. Die Erfahrung der Gastronomen zeigt, dass bei Einsatz hoch qualitativer Pfandbecher mehr Umsätze erzielt werden.

Die Mehrwegbecher der Stadt Wien werden bei kleinen Veranstaltungen wie etwa in Kindergärten, Schulen, Universitäten oder bei Vorstellungen von Openair-Kinos verwendet. Zu den großen Veranstaltungen, bei denen sich die Mehrwegbecher bestens bewährt haben, zählt der Eurovisionssongcontest im Jahr 2015, weiters das das jährlich stattfindende Donauinselfest oder das Mistfest der MA 48.

Gesetzliche Regelungen für Mehrweg in Wien

Es gibt seit 2011 strenge gesetzliche Bestimmungen für Veranstaltungen in Wien. Diese sind im Wiener Abfallwirtschaftsgesetz geregelt: So sind abhängig von der Gästezahl Abfallwirtschaftskonzepte, Abfallvermeidung, Einsatz von Großgebinden, Mehrwegverpackungen, getrennte Sammlung etc. vorgeschrieben. Bei sämtlichen Events auf Flächen der Stadt Wien sind unabhängig von der Gästezahl Getränke aus Mehrweggebinden auszuschenken.

Mit diesem Gesetz nimmt Wien einmal mehr eine Vorreiterrolle ein. In Salzburg wurden erst 2019 ähnliche Vorgaben im Landes-Abfallwirtschaftsgesetz verankert. In anderen Bundesländern gibt es dieses Mehrweggebot noch nicht.

Seit dem Vorjahr: Auch den coffee to go im Mehrwegbecher genießen

Neben den Mehrwegbechern auf Events unterstützt Wien auch das Pilotprojekt der Mehrwegbecher für den coffee to go. Es sind bereits 100 Partnerbetriebe in Wien beteiligt, in denen der Kaffee aus Mehrwegbechern ausgegeben wird. Seit dem Früh-Sommer wurden über 250.000 myCoffeeCups in Umlauf gebracht. Es wurde damit bisher über eine Viertelmillion Einwegbecher und damit rund 5 Tonnen Müll eingespart. „Abfallvermeidung durch funktionierende Mehrwegsysteme ist ein zentraler Beitrag am Weg zur Klimamusterstadt Wien“, so Sima abschließend.

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