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ÖkoEvent

Aktualisierung: 23.03.2015

Der Eurovision Song Contest in Wien war erstmals öko!

18.05.2015 bis 23.05.2015

ORF über die Ökobilanz für den 60. "Eurovision Song Contest": Erstmals war der Eurovision Song Contest als nachhaltiger, Ressourcen schonender Event organisiert.

Das Songcontest Logo
© ORF

Am 23. Mai 2015 fand in Wien der vom ORF veranstaltete "Eurovision Song Contest" statt. Zum ersten Mal in der 60-jährigen ESC-Geschichte war der größte TV-Unterhaltungsevent der Welt als Green Event organisiert und nach Umweltzeichen- und ÖkoEvent-Kriterien zertifiziert. Zwei Monate danach veröffentlicht der ORF den Nachhaltigkeitsbericht zum Green Event. Tatkräftige Unterstützung fand der ORF beim Umweltministerium und der Stadt Wien. Besonders erfreulich ist, dass 83 Prozent der Seherinnen und Seher die Ausrichtung des Eurovision Song Contest als Green Event begrüßt haben.

Umweltzeichen und ÖkoEvent

Im Rahmen des Green Events wurde eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen umgesetzt zu den Leitthemen Klimaschutz und Ressourcenschonung, regionale und nachhaltige Produkte, Barrierefreiheit und Inklusion sowie zu Kommunikation im Sinn einer Vorbildwirkung für künftige Events. Nachhaltigkeit hat vor allem zum Ziel, mit unseren natürlichen Ressourcen so schonend wie möglich umzugehen. Dazu tragen Maßnahmen wie Energieeffizienz, Abfallvermeidung, Vermeidung von Lebensmittelabfällen, Einsatz von Biolebensmitteln, Reduzierung von Transportwegen durch Regionalität, Mehrweg etc. bei. Der Song Contest wurde sowohl nach Österreichischem Umweltzeichen als auch nach ÖkoEvent Kriterien der Stadt Wien zertifiziert.

Schon die Wahl der Austragungsstätte war für die Ökobilanz des ESC zentral: Durch die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln kamen 85 Prozent der Gäste mit dem öffentlichen Verkehr. Durch das vorhandene Stromnetz konnte der Event mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt und auf dauernd laufende Dieselaggregate verzichtet werden und so mehr als 440.000 Liter Diesel eingespart werden - das entspricht mehr als 1.000 Tonnen CO2.

In Summe wurden beim ESC in der Wiener Stadthalle knapp 862 MWh an elektrischer Energie verbraucht. Dies ist deutlich weniger, als für einen Event dieser Größenordnung zu erwarten war. Die Einsparungen konnten quer durch alle Bereiche lukriert werden, einen besonders hohen Anteil hatte das Licht, das einerseits trotz fulminanter Lichtshow sparsam eingesetzt wurde und andererseits durch den Einsatz von LED-Lampen technologisch auf dem letzten Stand war.

Obwohl insgesamt 3.500 Tonnen Material eingesetzt wurden, landeten nur 26 Tonnen davon im Restmüll, knapp 96 Tonnen Wertstoffe wurden getrennt gesammelt und dem Recycling zugeführt.

Mit dem Mehrwegbechersystem der Stadt Wien seien darüber hinaus 500.000 Einwegbecher eingespart worden. In Summe wurden für den Song Contest in der Wiener Stadthalle 862 Megawattstunden an elektrischer Energie verbraucht - laut Bericht „deutlich weniger, als für einen Event dieser Größenordnung zu erwarten war“.

96 Tonnen Wertstoffe extra gesammelt

Obwohl 3.500 Tonnen an Materialien in die Stadthalle geliefert wurden, landeten nur 26 Tonnen im Restmüll, rund 96 Tonnen an Wertstoffen wurden getrennt gesammelt und recycelt. So wurde etwa die Bühne eingeschmolzen , aus den Plakat-Planen werden Taschen genäht - mehr dazu in Song-Contest-Planen jetzt als Taschen. Die übrigen 3.378 Tonnen wurden wiederverwendet - zum Beispiel die Scheinwerfer und das Kugelballett über der Bühne.

Insgesamt betrug der Restmüll damit nur 74 Gramm pro Besucher - zum Vergleich: Bei der Ski-WM in Schladmin waren es 420 Gramm pro Besucher. Aufgrund der getrennten Sammlung und Verwertung von Altstoffen und Abfällen wurden 203 Tonnen CO2-Äquivalente an Emissionen eingespart.

Nachhaltiger Genuss

Auch das Catering war vom Green-Event-Gedanken geprägt. Die Gäste des Akkreditierten-Bereichs wurden überwiegend mit regionalen und biologischen Spezialitäten verwöhnt, es konnte hier ein Bio-Anteil von mehr als 40 Prozent erreicht werden. Im Publikumsbereich konnten mehr als 1.000 Bio-Kornspitze mit Bio-Käse und mehr als 400 Liter Bio-Apfelsaft verkauft werden. Eindrucksvolle 15.900 Liter Bio-Milch, 1.140 Bio-Eier, 450 kg Bio-Spargel und 128 kg Bio-Bergkäse wurden für den ESC geordert, die Milch stammte zu 100 Prozent aus Bio-Produktion. Kaffee wurde ausschließlich aus Fairtrade-Quellen, Tee in Bio-Qualität angeboten, im kulinarischen Angebot fanden sich auch regionale Spezialitäten der österreichischen GenussRegionen und der Wildkultur Fisch der Österreichischen Bundesforste.

Als Getränk wurde Wiener Wasser in Mehrwegbechern angeboten und auch kräftig konsumiert. Allein das im Bereich der Akkreditierten ausgeschenkte Wiener Wasser sparte den Einsatz von mindestens 30.000 Einweg-Wasserflaschen.

Feedback

Bei den Shows wurden von einem Volunteers-Team insgesamt 467 Personen zum Green Event aus 45 Ländern befragt, ca. die Hälfte stammte aus Österreich. Generell war das Feedback zum Song Contest und zur Green-Event- und ÖkoEvent-Umsetzung sehr positiv, 97 Prozent betrachteten Green Event und ÖkoEvent als eine hervorragende Idee und 90 Prozent Prozent meinten, dass sich die Green-Event-Maßnahmen positiv auf die Qualität der Veranstaltung auswirken. Dabei sind vor allem das Abfalltrenn- und -sammelsystem (83 Prozent), die Mehrwegbecher (81 Prozent) und die Eintrittskarten, die zugleich Gratis-Öffi-Tickets darstellen (80 Prozent), aufgefallen.

Eine vom ORF beim Markt- und Meinungsforschungsinstitut Integral beauftragte Begleitumfrage (n = 1000) bestätigt dieses Ergebnis, 83 Prozent fanden die Ausrichtung als Green Event gut bis sehr gut. Beim Thema "Barrierefreiheit" lag dieser Wert sogar bei 94 Prozent.

Bei der Planung, Umsetzung und Zertifizierung wurde der ORF vom Unternehmen brainbows gmbh begleitet. Alle Aktivitäten erfolgten in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen des Umweltministeriums und der Stadt Wien.

Weitere Informationen zum Songcontest: