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ÖkoEvent

Aktualisierung: 17.02.2017

Vermeidung von Lebensmittelabfällen bei Veranstaltungen

Lebensmittelabfälle können auf verschiedenste Weise vermieden werden. Eine gute Planung im Vorfeld ist entscheidend.

Tafelbox der Wiener Tafel
© Wiener Tafel

Mengenplanung – wie viele Gäste werden erwartet?

Bei Veranstaltungen spielt das Essen oft eine wesentliche Rolle. Das Wichtigste ist eine gute Abschätzung der Gästezahlen und Erfahrung betreffend der Mengen, die konsumiert werden. Wenn die Veranstaltung mit einer Anmeldung verbunden ist, sollte jedenfalls (zeitnah zur Veranstaltung) abgefragt werden ob die Personen am Essen teilnehmen werden (ev. auch in Begleitung, auch Abfrage bei Auswahlmöglichkeit wie z.B. vegetarisch). Bei ganztägigen Veranstaltungen mit anschließendem Abendessen sollte dieses extra angekreuzt werden. Auch der Hinweis auf eine Abmeldemöglichkeit, wenn die Teilnahme kurzfristig doch nicht möglich sein sollte, ermöglicht eine bessere Planung.

Wenn keine Anmeldung erforderlich ist, kann ausgehend von der Kapazität der Räumlichkeiten und/oder ev. vorhandenen Erfahrungen vorhergehender Veranstaltungen eine Abschätzung erfolgen. Sehr wichtig für die erforderliche Flexibilität ist eine ausreichende Kühlmöglichkeit der vorbereiteten Speisen, um sie - wenn sie nicht benötigt wurden - zumindest weitergeben zu können. Eine entsprechende Speisenauswahl und die Einbeziehung der lokalen Gastronomie (kurze Transportwege) hilft auch: Bestimmte Gerichte können leichter und schneller (ohne aufwändiges Vorbereiten) als andere nachgeliefert werden.

Bei mehrtägigen Veranstaltungen ist es empfehlenswert die tatsächliche Anwesenheit der TeilnehmerInnen bei der Registrierung täglich zu erheben und an die Gastronomen weiterzugeben. So kann bereits vorbereitetes Essen weiter gekühlt bleiben und später verwendet werden, z.B. Weitergabe an soziale Einrichtungen.

Frühstück, Mittag- und-Abendessen?

Je nach Tageszeit und Rahmenprogramm (z.B. Sportevents) essen die Gäste in unterschiedlichem Ausmaß und bevorzugen bestimmte Speisen. Gibt es mehrmals am Tag Kaffeepausen und Verpflegung, können für die Mahlzeiten kleinere Mengen geplant werden. Zu Mittag wird eher zu Salat gegriffen als bei Abendveranstaltungen. Obst als Zwischenmahlzeit ist nicht nur gesund sondern auch länger haltbar. Erfahrungen zeigen auch, dass durch eine gesetzte Tafel, bei der das Essen serviert wird, weniger Lebensmittelabfälle anfallen als bei einem Buffet!
Tipp für die Getränke: Die Flaschen am Buffet nicht selbständig öffnen lassen, da sonst zu viele gleichzeitig angefangen werden. Als Alternative sollte generell immer auch Leitungswasser in Krügen angeboten werden.
Bei sich wiederholenden Events ist es auf jeden Fall ratsam, die Restmengen der ersten Veranstaltung zu evaluieren. Das liefert wertvolle Rückschlüsse für die Planung der nächsten Events!

Kühlmöglichkeiten vor Ort

Berücksichtigen Sie bereits bei der Suche nach dem richtigen Veranstaltungsort, dass ausreichend Kühlmöglichkeiten vorhanden sind! Durch die Kühlung können Zutaten oder Gerichte im Backstage Bereich aufbewahrt und nach Bedarf ausgegeben werden. Übrige, gekühlte Gerichte oder Lebensmittel können nach der Veranstaltung noch weitergegeben werden.
Geben Sie bei Buffets die Anweisung, dass nicht sofort nachgeliefert wird, wenn dasselbe Angebot am Nebenbuffet noch reichlich vorhanden ist. Bei größeren Veranstaltungen ist es prinzipiell besser anstelle von mehreren Buffetinseln mit dem gesamten Speisenrepertoire nur ein bis zwei Speisen pro Buffetinsel anzubieten So erkennt man schnell, wenn eine bestimmte Speise wirklich ausgeht.
Damit die Gäste nicht zu viel am Teller übrig lassen, ist es ratsam kleinere Teller anzubieten.

Reste sinnvoll verwenden

Bei Veranstaltungen im kleinen Rahmen zum Beispiel Meetings, Workshops, Feiern etc.:

  • Behälter mitnehmen oder vom Caterer zur Verfügung stellen lassen (siehe weiter unten Infos zur Tafelbox), in denen die Gastgeber und ev. auch die Gäste die Lebensmittel mitnehmen können.
  • Nicht geeignet für leicht verderbliche Gerichte (z.B. mit Majonäse, rohes Fleisch, Fisch, Ei,...)

Tafelbox der Wiener Tafel

Bei größeren Events wie Tagungen oder Preisverleihungen eignet sich die Tafelbox der Wiener Tafel für die Mitnahme der Speisen. Dabei handelt es sich um Kunststoffbehälter, mit denen die Gäste Köstlichkeiten vom Buffet mitnehmen und dadurch  Lebensmittelverschwendung vermeiden können. Die Tafelbox kostet 50 Cent. Als VeranstalterIn können Sie den ganzen Betrag übernehmen und die Boxen kostenlos zur Verfügung stellen oder die Gäste können die Boxen kaufen und werden informiert, dass von den 50 Cent 20 an die Hilfsorganisation Wiener Tafel fließen. Genauere Infos zur Tafelbox.

Reste abholen lassen

Es gibt auch die Möglichkeit, übrig gebliebene Speisen durch Foodsaver abholen zu lassen. Foodsaver sind Personen, die freiwillig helfen Lebensmittelabfälle zu vermeiden. Sie holen die Lebensmittel und Speisen ab und verteilen diese an Vereine und soziale Projekte oder stellen Informationen über die Verfügbarkeit auf http://foodsharing.at/essenskoerbe online. Bei großen Veranstaltungen müssen Foodsaver zeitgerecht im Vorfeld informiert werden, damit die Abholung koordiniert werden kann. Alle Abholer unterschreiben eine Rechtsvereinbarung, in der sie sich unter anderem zur Einhaltung der hygienischen Richtlinien bei Lagerung und Transport der Waren verpflichten.

Rechtliche Informationen zur Weitergabe von Lebensmitteln finden Sie auch in der Broschüre des BMLUW "Leitfaden für die Weitergabe von Lebensmitteln an soziale Einrichtungen".